Metaphorischer geht’s nicht…

Das Peitschen der Rute zerschneidet die Luft. Der Köder fliegt auf sein Ziel zu, klatscht auf die Wasseroberfläche und sinkt langsam zum Gewässergrund. Ab jetzt wird er zur Sonde. Ihr seid miteinander verbunden. Die Rute als Dein verlängerter Arm, die Sehne als Leitung in eine andere Welt. Alternativen zum Imitat aus Blech, Gummi oder Plastik gibt’s hier wahrlich genug. Dennoch stehen die Chancen gut, dass Du Kontakt knüpfst und das Adrenalin durch Deine Adern rauscht. Aus dem Nichts wird er kommen. Rechne sekündlich mit einem Einschlag. Freue Dich auf diesen Moment. Aber sei Dir bewusst:

95 Prozent der vor Dir liegenden Wasserfläche sind fischleer. Wir ahnen, wo die Fische stehen. Wir kennen viele ihrer Gewohnheiten. Wir müssen sie triggern, Schnappreflexe erzwingen, unseren Köder unwiderstehlich präsentieren. Und wenn sie endlich zuschlagen wollen, müssen wir parat sein und reaktionsschnell einen Anhieb setzen.

Angeln ist groß. Viel größer als Fischefangen. Denn die Jagd nach dem unsichtbaren Kontrahenten führt uns nicht nur in die Natur. Die Challenge bringt uns auch oft an unsere Grenzen. Wie viel willst Du geben, um dem Wasser einen Fisch zu entlocken? Wie lange glaubst Du an das, was Du tust? Bist Du auch nach 10 h Dauerfeuer ohne Biss in der Lage, ein Zucken in der Schnur mit der entsprechenden Gegenreaktion zu beantworten? Wie gehst Du mit unerfüllten Erwartungen um? Gönnst Du Deinen Mitanglern auch dann noch ihre Fische, wenn Du selber nichts am Haken hattest?

Du bist im Bilde?